Die EU will im Zollstreit mit US-Präsident Donald Trump weiter verhandeln - auch nach dessen Ankündigung zusätzlicher Zölle in Höhe von 20 Prozent für Einfuhren aus der EU. Zugleich arbeiten die EU-Kommission und die 27 Mitgliedsländer an Gegenmaßnahmen, die nach und nach in Kraft treten sollen.
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00:00Die neuen US-Zölle treffen auch Europa.
00:04Einen Aufschlag von 20% für Einfuhren aus der EU in die Vereinigten Staaten hat Präsident
00:10Donald Trump angeordnet.
00:12Darauf reagieren könnte die EU auf verschiedene Weisen.
00:19Mitte April will die EU-Kommission Zölle wieder in Kraft setzen, die sie bereits in
00:24Trumps erste Amtszeit eingeführt hatte.
00:26Betroffen sind etwa Jeans, Whisky und Motorräder.
00:29In der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden waren diese Zölle ausgesetzt worden.
00:34Die nun geplante Wiedereinführung ist Teil der europäischen Reaktion auf US-Aufschläge
00:40auf Stahl- und Aluminiumprodukte, die Trump bereits Mitte März verhängt hatte.
00:48Zusätzlich zu den alten Aufschlägen arbeiten die Kommission und die EU-Staaten an einer
00:53Liste weiterer EU-Zölle, die ebenfalls Mitte April in Kraft treten sollen.
00:58Betroffen sein könnten weitere Stahl- und Aluminiumprodukte, Textil- und Lederwaren
01:03sowie Rindfleisch und Sojabohnen.
01:06Hintergrund für diese Aufschläge ist, dass sich die EU um Verhältnismäßigkeit bemüht.
01:11Außerdem will sie sich an die Regeln der Welthandelsorganisation halten.
01:15Das bedeutet, die europäischen Zölle sollen etwa so hoch sein wie die neuen US-Zölle
01:20auf EU-Produkte in Höhe von 20%.
01:23Konkrete Pläne müssen noch ausgearbeitet werden.
01:29Die EU-Kommission hat die Tür für Verhandlungen zunächst weit offen gelassen.
01:34Ob Trump ein Interesse an Gesprächen hat, ist fraglich.
01:38Die US-Haltung könnte sich allerdings ändern, sobald die EU eigene Zölle eingeführt hat.
01:47Falls Verhandlungen scheitern oder falls Trump weitere Zölle verhängt, hat die EU weitere
01:52Gegenmaßnahmen zur Auswahl.
01:54Sie könnte etwa den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen in der EU für US-Firmen einschränken
01:59oder sogar den Vertrieb bestimmter Produkte blockieren.
02:03Diese Möglichkeiten umfassen auch Dienstleistungen und digitale Angebote.