Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforum (DIW) rechnet nicht mit dramatischen Folgen der neuen Trump-Zölle für die deutsche Wirtschaft und deutsche Verbraucher. "Wir rechnen, dass es nicht zu höheren Preisen kommt," sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Instituts in Berlin.
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NewsTranskript
00:00An den globalen Finanzmärkten ging es am zweiten Tag nach Donald Trumps großer Zollankündigung
00:05weiter bergab. Und Chinas Ankündigung von eigenen Zöllen als Reaktion verunsicherte
00:11die Anleger weiter. Für US-Verbraucher dürften sich importierte Produkte nun verteuern – vor
00:17allem Lebensmittel, Kleider, Schuhe sowie Autos und Tech-Produkte. In Deutschland dürften die
00:22Folgen vorerst nur leicht zu spüren sein, sagt Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut
00:28für Wirtschaftsforschung. Die unmittelbaren Folgen des Handelskonflikts von Donald Trump
00:33für uns Verbraucherinnen und Verbraucher sind erst einmal begrenzt. Wir rechnen,
00:37dass es nicht zu höheren Preisen kommt, gesamtwirtschaftlich. Einzelne Produkte,
00:42die jetzt aus den USA importiert werden, könnten teurer werden, wenn die EU Gegenzölle auflegt,
00:47aber die meisten Produkte werden sich vom Preis her nicht verändern. Auch mit einem massiven
00:52Stellenabbau sei in Deutschland nicht zu rechnen, so der Experte. Wirklich gefährlich für die
00:57Wirtschaft wäre allerdings eine weitere Eskalation des Handelsstreits. Eine neue
01:02Herausforderung also für die kommende Bundesregierung. Die nächste Bundesregierung
01:06muss in zweierlei Art und Weise auf diesen Konflikt reagieren. Erstens Europa stärken,
01:11das ist die Top-Priorität. Wir müssen verstehen in Deutschland, wir haben eine kleine Volkswirtschaft,
01:16wir können den Kampf gegen Donald Trump nicht gewinnen, nur wenn wir als Europa gemeinsam
01:20agieren. Und zweitens die Binnenwirtschaft ankurbeln, einen eigenen Impuls setzen,
01:25auch über Infrastrukturinvestitionen, aber auch über Entlastungen von Menschen mit mittleren
01:30und geringen Einkommen, über Unternehmenssteuersenkung. Das ist der beste Weg,
01:34um dagegen anzugehen. Die neuen Trump-Zölle treten ab Samstag in zwei Schritten in Kraft. Zunächst
01:40greifen die zum Mindestsatz von 10 Prozent für Länder wie Großbritannien und Brasilien. Kommende
01:46Woche Mittwoch folgen die höheren Sätze, darunter die von 20 Prozent für die EU.