• gestern
Die neue Zoll-Kanonade von US-Präsident Donald Trump dürfte der Wirtschaftsleistung (BIP) in Österreich heuer 0,35 Prozentpunkte kosten. Die Exporte könnten um 1,4 Prozent sinken. Doch hinter diesen Wifo-Berechnungen stecken Unsicherheiten. Die USA selbst dürften eine Umsetzung zwei Prozentpunkte Wachstum kosten. Industrie und Politik forderten am Donnerstag ein starkes, gemeinsames Vorgehen der EU und hofften noch auf Verhandlungslösungen, hieß es nach einem Treffen in Wien.

Video: APA/kha
Thumbnail: REUTERS/Elisabeth Mandl


Mehr zum Thema und die neuesten Updates auf https://www.derstandard.at.

Kategorie

🗞
News
Transkript
00:00Europa müsse nun einmal mehr geeint und selbstbewusst auftreten.
00:05Da war man sich innerhalb der EU einig, nachdem US-Präsident Donald Trump
00:10ein gewaltiges Zollpaket verabschiedet hatte.
00:13Auch in Österreich wurde am Donnerstag ein erstes Analysegespräch einberufen.
00:18Wirtschaftsministerium und Industriellenvereinigung luden Vertreter der Exportwirtschaft in das Haus der Industrie.
00:26Wir wissen alle, es ist eine sehr populistische Aktion.
00:31Und deshalb dürfen wir sie nicht unernst nehmen oder nicht leichtfüßig nehmen.
00:35Nein, wir müssen dem schon wirklich mit Ernst und dem Ganzen entgegnen.
00:39Aber wir müssen eben auch selbstbewusst auftreten als geeintes Europa.
00:43Und wenn es hier nicht wirklich zu einer guten Verhandlung beiderseits kommt,
00:47natürlich auch wirklich harte Kante zeigen.
00:50Ein Idealbild unsererseits wäre es nicht, hier diese Zolltarife auf beiden Seiten nach oben zu schrauben.
00:56Eigentlich wäre ein Wunschbild, dass wir beide Zölle dagegen Null setzen.
00:59Ein Handelskrieg bringen niemandem etwas, warnten die Experten.
01:04Zunächst gelte es, Verhandlungen zu führen.
01:07Und damit wir Donald Trump auch an den Verhandlungstisch zwingen,
01:11ist es jetzt wichtig, bei den Gegenmaßnahmen dort anzusetzen, wo es Donald Trump auch politisch weh tut.
01:18Das heißt, wir müssen treffen republikanische Bundesstaaten
01:21und wir müssen treffen die Freunde von Donald Trump, die Tech-Konzerne.
01:26Daher werden wir am kommenden Montag auch beim Handelsministerrat ein Programm vorschlagen,
01:33das wir ja bereits in Abstimmung haben, wo wir insbesondere Produkte aus republikanischen Bundesstaaten treffen wollen.
01:40Ob das Prestigeprodukte sind, wie Jeans, wie Harley-Davidson, wie Whisky,
01:44ob das vor allem landwirtschaftliche Produkte sind, wie Geflügel, wie Rindfleisch oder wie Soja.
01:51Die USA sind für Österreich der zweitwichtigste Exportmarkt mit einem Ausfuhrvolumen von 16,2 Milliarden Euro,
01:59was einem Anteil von 8,5 Prozent der Exporte entspricht.
02:04Die Auswirkungen der US-Zölle auf die österreichische Wirtschaft stimmen nicht positiv, so die Wirtschaftswissenschaftler.
02:12Nun kommen nach wie vor Zahlen für Österreich auf das Ergebnis,
02:17dass die handelspolitischen Barrieren von Donald Trump ohne Reaktion in der Europäischen Union,
02:22dass das österreichische Bruttoinlandsprodukt oder die österreichische reale Produktion,
02:27also ein realer Wert, um 0,35 Prozent zurückgehen werden.
02:32Die Exporte, auch wieder real ausgedrückt, werden um 1,4 Prozent zurückgehen.
02:38Das ist insofern natürlich, sind beides Zahlen, die nicht positiv stimmen können,
02:43auch nicht in unserem Umfeld, wo wir ja schon auf Basis der Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute
02:49für das Jahr von einer Rezession ausgehen müssen und auch letztes Jahr die Exporte insgesamt geschrumpft sind.
02:54Das wird sich durch diese handelspolitische Maßnahme verstärken.
02:59Die größten betroffenen Branchen wird tatsächlich die Industrie im Kern sein.
03:04Das sind Automobile, die haben ja noch einmal einen Sonderzollsatz von 25 Prozent,
03:09gefolgt von Maschinen und Metallprodukten.
03:13Untertitel der Amara.org-Community

Empfohlen